His Way – Die Hochzeit meiner Eltern

Fotocredit: Her&His

Vergangenes Wochenende feierten meinen Eltern in der Umgebung von Sankt Stefan ob Stainz ihre goldene Hochzeit sowie zur gleichen Zeit den Geburtstag meiner Mutter. Jedes Jahr verlaufen die Feiern eher ruhig und zurückhaltend. Aber diesmal sollte es anders werden. Einfach etwas besonderes. Meine Eltern liegen mir sehr am Herzen. In den letzten Jahren sind wir mehr und mehr zusammengewachsen. Als Dank dafür haben wir Kinder und Enkelkinder als Erinnerung an die 50 Jahre Ehe und die 70 Lebensjahre meiner Mutter ein illustriertes Fotoalbum verfasst. Und es ist wunderbar geworden.

Wenn man es öffnet und die Bilder betrachtet, dringt man in die eigene Vergangenheit ein. Die Zeit, als man ein kleines Kind war bis hin zum Jetzt. Wenn ich an das Ergebnis denke, kann ich sagen dass dieses Album auch an Geschenk an uns selber war.

Folgendes Märchen habe ich in anlässlich ihres ersten Zusammentreffens verfasst …

Es war einmal ein Frosch, der eine Vorliebe für Süßigkeiten hatte. Er wohnte bei seinen Eltern in einem fernen Land namens Puntigam. Wenn er gerade keine Süßigkeiten bei sich zu Hause hatte, wurde er nervös und hüpfte, auf der Suche nach Mehlspeisen und Schokolade, von Ort zu Ort. Das konnte er den lieben langen Tag machen. Und wenn er endlich etwas Süßes gefunden hatte, dann naschte er genüsslich daran bis er genug hatte.

So war es auch diesmal. Der Gusto trieb den jungen Frosch auf der Suche nach etwas Süßem umher. Ein Apfelstrudel hatte es ihm angetan, den er dann auch gemütlich verspeiste. Anschließend drehte er sich wie immer auf den Rücken und schlief im warmen Schein der Mittagssonne ein.

Zur gleichen Zeit, in einem Land weiter südlich, saß eine kleine Prinzessin in ihren Gemächern. Sie träumte den ganzen Tag von einem Prinzen, der sie einmal aus ihrem Schloss holen und mit ihr über die Felder des Reiches ihres Vaters reiten würde. Eines Tages schickte sie ihr Vater in das Reich im Norden, um dort in den Riten und Gepflogenheiten ihres Standes ausgebildet zu werden. So setzte sich die Prinzessin auf ihren weißen Schimmel und ritt los. Es ging über Berge und Täler, über Wiesen und Felder. Unterwegs begegnete sie vielen freundlichen Menschen. Schließlich entdeckte sie von weitem die Umrisse einer großen Stadt. Es war Graz.

Der Frosch träumte noch von dem guten Apfelstrudel, als er leise Hufgeräusche eines Pferdes vernahm. Das Geräusch kam immer näher. Der Frosch wollte sehen was da auf ihn zukam. Also drehte er sich wieder auf den Bauch und blickte in die Richtung, aus der er bereits die Umrisse des Pferdes und Reiters vernahm. Da erblickte er die Prinzessin. Sie war wunderschön. Ihre Haare wehten im Wind und ihr blasser Teint erstrahlte im Sonnenschein der Mittagssonne. Sie war anmutig und elegant. Dem Frosch fiel bei ihrem Anblick der Zahnstocher aus dem Mund. Er dachte: „Mein Gott, ist die süß. Die will ich vernaschen!“ Laut quakend und freudig hüpfte er ihr nach.

Wie er die Prinzessin letztendlich kennengelernt hat und wie aus ihm ihr Ehemann und Vater ihrer Kinder wurde, erzählen wir ein anderes Mal. Das ist aber auch eine märchenhafte Geschichte.

Lange habe ich überlegt, was anlässlich dieser vielen Feierlichkeiten anziehen möchte. Es ist schlußendlich jene Kombination geworden, in dem mich meine Eltern gerne sehen und zu den Umständen passt.