One hell of romance – His Way

Ohne es zu Beginn zu wissen, teilten wir eine doch nicht alltäglichen Vergangenheit, dazu später mehr. Online kennengelernt, hielten wir täglich virtuellen Kontakt. Zu Beginn sind es stehts die Standardfloskeln, welche auf Online Dating Apps von sich gegeben werden. Nach 4-5 Kontakten lässt sich jedoch abschätzen, ob die Sympathie ausreicht um ein persönliches Treffen zu riskieren. In meinem Fall schrieben wir 2-3 Wochen vor dem ersten persönlichen Kontakt. Einst hatte, ich nenne sie Gloria, eine sehr lange Heimreise spät abends mit dem Auto anzutreten. Um sicher zu gehen, dass die Dame ihr Ziel sicher erreichen wird, hielt ich es als angebracht, den virtuellen Beifahrer zu machen und unterhielt sie bis spät nachts via Dating App.

Recht bald wurden Nummern getauscht um dem Ganzen eine etwas persönlichere Note zu verleihen. Aus scheinbar endlosen Romanen die wir uns gegenseitig ins Gesicht projizierten, wobei die Palette von belanglos bis literarisch hochwertig reichte – abhängig davon wie die Sympathie der Dame wohl am jeweiligen Tage zu gewinnen war – kam es zum ersten Treffen.

Ich wählte dafür ein chinesisches Lokal. Nicht der typische Chinese der Lieferservice bietet, nein ein gediegenes Lokal. Die Speisekarte gut ausgewählt, das Ambiente sehr dunkel gehalten, erschienen die Separee’s in denen gespeist wurde adäquat für das erste Treffen.

Gespannt wartend weil zu spät, sah ich sie vorfahren auf Ihrem Roller. Die Vespa in weiß, der dazugehörige Helm und die Haltung ihrer selbst, das hatte Stil.

Als Gentlemen ließ ich es mir nicht nehmen zu fragen ob ich ihr beim einparken helfen dürfte. Nachdem ich Ihr die Tür aufgehalten, und den Mantel abgenommen hatte saßen wir uns gegenüber, zum ersten Mal. Ich muss gestehen, dass mich jene Ausstrahlung sofort fesselte. Wir unterhielten uns sehr gut. Ein kurzer Schock machte sich breit als wir uns unserer gemeinsamen Vergangenheit bewusst wurden. Im Laufe des Gespräches stellte sich nämlich heraus, dass unser beider Ex Partner nun seit geraumer Zeit ein Paar waren.

Der Abend verlief weiter sehr angenehm. Am Ende fuhr ich die Vespa mit der Dame am Sozius zur Bahnstation von der aus ich die Heimreise antrat. Ich fühlte mich wie ein italienischer Gigolo, am Steuer eines Rollers mit einer bildhübschen Dame im Rücken.

Es folgten weitere anregende Gespräche bei gutem Essen und tollem Ambiente. Eines Abends führte uns der Weg in Glorias Wohnung. Begleitet von einer Freundin Ihrerseits tranken wir Wein bis in die frühen Morgenstunden. Plötzlich die Erkenntnis, dass ich wohl nicht mehr fahren werde können. Erwartungsgemäß fand sich ein Platz direkt neben der Dame des Hauses. Entgegen dem Naturell geschah in dieser Nacht gar nichts. Wir küssten leidenschaftlich und schmiegten uns aneinander, bis wir gemeinsam einschliefen. Nichts mehr. Erfrischend. Ich nahm dies als gutes Zeichen wahr.

Die Gesprächsthemen hatten sich verändert, vortan wurde Exklusivrecht an der eigenen Person erwartet, gleichermaßen die Anforderung einen quantitativ wie qualitativ hohen Erfahrungsschatz mitzubringen. Es versteht sich von selbst, dass darüber nie gesprochen, jedoch stets kokettiert wird. Es soll ja schließlich spannend bleiben. Zugegebener Maßen ist die Erfüllung des Exklusivrechts in diesem Stadium für mich – und ich denke dabei spreche ich für das Groß der Männerwelt – eine schmeichelhafte Aufgabe.

Dies jedoch blieb die einzig unangetastete Nacht. Nachdem es zwischenmenschlich soweit passte sollte dieses aufeinandertreffen auch in körperlicher Hinsicht einer Überprüfung unterzogen werden. Und zwar ausführlich.

Eines Abends zog es uns in ein Lokal außerhalb der Stadt an einen See gebaut. Nachdem wir die Mahlzeit mit einem abschließenden Glas Wein beschlossen, machte sich eine gespannte Ruhe breit. Gegenübersitzend ließen wir die Blicke aneinander schweifen. Die Stimmung war aufgeheizt, eine Mimik wechselnd zwischen schockierend fragend und hingebend, kam mir entgegen. Die Gier an Ihrem Körper ließ weder Zeit noch Wahl. Nachdem wir uns am Wasser befanden nahm ich sie an der Hand und flüsterte in Ihr Ohr, dass sie mir nun folgen solle.

Mit dem Blick nach einem geeigneten Ort, ging ich den Steg entlang. Ein leer stehendes Touristenschiff welches abends an dem Steg angelegt hatte erschien perfekt für das Vorhaben. Allen Absperrungen zum Trotz verführte ich sie auf das oberste Deck des Schiffes. Freiluftveranstaltungen gepaart mit der ständigen Gefahr erwischt zu werden, üben jeher einen bestimmten Reiz auf mich aus.

Oben an Deck fasste ich von hinten ihr Haar, zog es um meine Faust und beugte Sie über die Reling. Ich zog Ihren Mantel hoch. Sie öffnete meine Hose, ich entledigte sie Ihrer Hose. Ihr Stöhnen hörte sich draußen im Wind leise, unschuldig an. Etwas entfernter am Steg waren Spaziergänger zu vernehmen, was dem Ganzen dann noch einen besonderen Reiz verpasste. Ich fasste sie im engen Griff am Hals und flüsterte in ihr Ohr während ihr stöhnen lauter wurde. Trotz des flachen Wellenganges bog sich die Reling. Die Stöße wurden härter, die Schwingung schaukelte sich auf. Gerade als der Kapitän dabei war den Anker final zu setzen, gingen die Spaziergänger unmittelbar am Boot vorbei. Im Bruchteil einer Sekunde waren wir bekleidet als wären wir nie teil nackt gewesen….

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