Weltfrauentag

Eine sehr liebe Freundin hat zum heutigen internationalen Weltfrauentag einen tollen Beitrag geschrieben, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann:

Gastbeitrag von Alena Spitzer

Ich war circa 13 Jahre alt – als ich das erste Mal ansatzweise begriffen habe was Frau sein bedeutet. Damals sah ich meiner Oma beim Kochen zu, während sie die Wäsche machte, Gäste bediente und mich bei Laune hielt – alles mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Jeden möglichen Streit mit meinem Opa, oder wenn ich Mist baute (RIP Lieblingsvase) steckte sie weg. Sie schien einfach unverwundbar.

Alena Spitzer und ihre Mama

Meine Mama, hatte damals alle Mühe mich großzuziehen – auch nicht verwunderlich – alleinerziehend, kämpfend. Lange Tage in der Arbeit, zuhause ein vorpubertierendes Mädchen, das die Telefonrechnungen sprengte, nur Blödsinn im Kopf hatte – Hausarbeit? Pfff, sicher nicht. Nach langen Arbeitstagen kam sie dann nach Hause. Räumte herum, manchmal stritten wir auch (eigentlich sehr oft), aber am Ende des Tages nahm sie mich in den Arm und wir kuschelten, egal wie schlimm, wie bescheuert und wie wild ihr Tag gelaufen war, oder wie sehr ich über die Strenge geschlagen bin.

Mit 20 Jahren circa sah ich das erste Mal was es bedeutet als Mädchen alleine auf den Beinen zu stehen – denn da war ich dann ein knappes Jahr in Wien. Eine depressive Phase folgte, Identitätskrisen, der falsche Mann an meiner Seite und mir viel es nicht leicht zu lächeln. Nicht immer. Das war dann auch der Moment, als ich dann wenn ich nach Hause nach Kärnten kam, das erste Mal erkannte: Meine Oma war müde, machte sich sorgen um ihre Mädchen, um ihre Enkelkinder, managte Haushalt, Mann und Ferienpension immer noch fast alleine. Sie sah geschafft aus, machte aber munter weiter und schenkte mir immer ein Lächeln. Meine Mama kam einmal zu der Zeit nach Hause, nach einem 13 Stunden Tag – sie war k.o., am Telefon, da die Arbeit weiter rief und ich hatte schon wieder mal nicht die Wäsche aufgehängt. Da sah ich das erste Mal – dieses Gesicht. Das Gesicht der Menschlichkeit. Für mich waren meine Oma und meine Mama immer so etwas wie unantastbare Superfrauen die eh alles können und wegstecken.

In diesem Moment, als meiner Mama die Augen fast zufielen, sie anfing mit mir zu schimpfen, und sich Verzweiflung breit machte, da verstand ich das erste Mal – dass diese Frauen unglaubliches leisten. Ok, damals wollte ich das nicht zugeben. Ich war stur, hielt dagegen – aber meine Bewunderung stieg. Von dem Zeitpunkt an – suchte ich mir einen Job, arbeitete mich hoch – bis heute. Freundinnen aus allen Lebenszeiten begleiteten mich dabei. Powerfrauen!

Alena Spitzer und ihre Mama auf Mauritius

Gemeinsam mit Mitte, Ende 20 stehen wir nun da. Wir haben Jobs, nebenher vielleicht auch ein Studium, wir sind Zuhörerinnen und engagiert. Wir strugglen jeden Tag, lernen nebenher mehr oder weniger tolle Männer kennen. Die einen fördern uns, die anderen fordern uns. Die eine lieben uns, die anderen geben vor Gefühle für uns zu haben. Die einen schätzen uns, die anderen vertrauen uns nicht. Der eine trägt uns auf Händen, der andere lässt uns fallen. ABER immer wieder stehen wir auf, egal was passiert- wir stärken Rücken, sind füreinander da. Spenden Liebe, setzen Kinder in die Welt, die wir dann, wenn es sein muss, auch alleine großziehen. Wir gehen arbeiten, sind Liebhaberinnen, sind beste Freundinnen, sind Arbeitstiere, sind Beraterinnen, sind verletzlich, sind manchmal auch traurig. Ja wir reden manchmal sehr viel, wollen diskutieren, beharren auf Kleinigkeiten, sind manchmal eifersüchtig und haben nicht immer alle Tassen im Schrank, aber wir halten den Kopf hoch und machen weiter, egal was passiert und umarmen die Menschen in unserem Umfeld auch noch dann wenn unser eigener Kummer uns manchmal überkommt.

Denn wir sind nicht perfekt, wir sind keine Maschinen. Wir sind Frauen. Wir sind Menschen. Wir sind stark und wir lieben und kämpfen TAG für TAG und NACHT für NACHT. Für ein Zuhause, für Anerkennung, für die Liebe, für das Herz, für unsere Männer, für unsere Freundinnen , für unsere Familien und manchmal auch ums Überleben. Das ist das was mich meine Oma und Mama gelernt haben: wir können es mit allem aufnehmen und am Ende des Tages noch Liebe schenken – egal wie müde, traurig oder geschafft wir sind. Die Frauen in meinem Leben sind wahre Helden – und wenn ich mal groß bin – will ich das auch werden <3

This goes to all my Ladies Out There. Ohne euch – wäre die Welt nicht mal halb so schön und bunt.

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